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Fachtagung Wasser 2017

Das 20. LIPPUNER SEMINAR findet am 16. November in Vaduz in Liechtenstein statt. An der eintägigen Fachtagung Wasser werden über 350 Besucher und bis zu 70 Aussteller aus dem In- und Ausland erwartet.

Aufgrund von Alterungs- und Abnutzungserscheinungen sollte jedes Bauwerk nach Ablauf seiner Lebens-dauer saniert oder erneuert werden. Nichts anderes gilt für Bauwerke einer Wasserversorgung, sei dies eine Quellfassung, ein Reservoir oder ein Grundwasserbrunnen. Dabei ist es angezeigt, solchen Sanierungs- und Erneuerungsbedarf bereits frühzeitig zu erkennen, um die notwendigen Schritte planen und umsetzen zu können. Eine Vernachlässigung der baulichen Substanz dieser Einrichtungen kann in der Praxis zu prekären Situationen führen. Die Lebensmittelqualität des Trinkwassers kann unter Umstände gefährdet und der tadellose Betrieb nicht mehr sichergestellt werden. Deshalb stehen regelmäßige Kontrollen am Anfang der Handlungskette, aufgrund dessen der Handlungsbedarf aufzuzeigen ist. In der Folge ist insbesondere der Finanzbedarf abzuklären, die notwendigen Maßnahmen zu planen, umzusetzen und zu ergreifen. Eine erforderliche Sanierung ist proaktiv in Angriff zu nehmen, weil nur so garantiert werden kann, dass die Bauwerke und damit die Wasserversorgungen langfristig betriebsfähig bleiben.

Auf der diesjährigen Tagung soll einem spezifischen Teilnehmerkreis aus Wasserversorgungsunternehmen, Entscheidungsträgern der Politik, Verwaltung, Industrie und Gewerbe, Ingenieur- und Beratungsbüros aufgezeigt werden, welche Indikatoren in der Praxis auf eine Sanierung hinweisen. Damit diese effizient und nachhaltig umgesetzt werden können, ist es unabdingbar, dass eine gesamtheitliche Betrachtung stattfindet, sei dies auf politischer, finanzieller, gesellschaftlicher und technischer Ebene. Es werden Praxisbeispiele und Erfahrungswerte mit wertvollen Erkenntnissen geteilt.

Im ersten Themenblock nimmt Michele Broggini, Vizedirektor der Aziende Industriali di Lugano (AIL), zum Quellwasser, der unerschöpflichen Ressource, Stellung. In der Praxis stehen Quellen oder ganze Quellgebiete immer wieder in Diskussion diese aufzugeben. Zum einen ist die Sanierung aufwändig, zum anderen ist zu analysieren, ob sie in der zukünftigen Gesamtkonzeption ökonomisch tragbar sind. Anhand eines eindrücklichen Beispiels wird veranschaulicht, welche Fragen die Wasserversorgung beantworten sollte, um den Entscheid des Verzichtes auf eine sichere und unerschöpfliche Ressource zu beantworten.

Eine praktische Vorgehensweise zeigt auf, welche Kriterien bei einer totalen Quellgebietssanierung in Erwägung gezogen werden sollten. Dem Thema konventioneller oder grabenloser Leitungsbau widmet sich Sven Schütz von Straub AG aus Chur und zeigt diesbezüglich Problemstellungen in der Praxis im inner- wie außerstädtischen Gebieten auf. Es werden Vor- und Nachteile der Materialien diskutiert und aufgezeigt, was bei den unterschiedlichsten Verfahrenstechniken beachtet werden sollte. Der Wiederbeschaffungswert des Rohrleitungsnetzes mit 80 % ist nach wie vor der kostenintensivste Teil einer Wasserversorgungsinfrastruktur. Darum suchen alle Betroffenen nach Lösungen, um Kosten zu sparen. Benedikt Schneider von Holcim (Schweiz) AG zeigt die Spannungsfelder der Materialwahl, Konstruktion und Ausführung beim Reservoirbau auf. Zementgebundener Baustoff ist im Trinkwasserbereich geeignet. Die hohen und besonderen Anforderungen des Lebensmittelgesetzes an das Trinkwasser bedingen jedoch die Berücksichtigung der teilweise massiven Einschränkungen aus den Verordnungen und Richtlinien bei der Planung und Ausführung.

Anhand eines Fallbeispiels werden die Auswirkungen dieser Beeinträchtigungen für Betonhersteller und Verarbeiter aufgezeigt. Im zweiten Themenblock referiert Professor Dr. Andreas Gerdes, KIT Innovation Hub - Prävention im Bauwesen aus Karlsruhe, über zementgebundene Beschichtungen in Trinkwasserreservoirs. Für die Auswahl zementgebundener Beschichtungssysteme spielen die in der Praxis beobachteten Schadensmechanismen eine wichtige Rolle. Neben einer praxisbezogenen Beschreibung dieser werkstoffschädigenden Prozesse werden auch die theoretischen Grundlagen vorgestellt. Daraus ableitend wurde ein Konzept zum Lebenszyklusmanagement von einzelnen Trinkwasserbehältern entwickelt, das aber auch auf ein Portfolio, bestehend aus mehreren Bauwerken der Wasserversorgung, angewendet werden kann.

Harald Herrsche, Leiter Bauamt und Betriebsleiter Wasserversorgung Oberriet, diskutiert, dass Werterhaltungsmaßnahmen von bestehenden Trinkwasserinfrastrukturen immer wieder nicht wahrgenommen wer-den. Solange Wasser fließt und keine Störungen auftreten, erachten die Wasserversorgungen die Investition in die Infrastruktur nicht stets als notwendig. Doch die Erneuerungsplanung ist für die Wasserversorgung essentiell. Es wird aufgezeigt, welche Aspekte berücksichtigt und wie ein solches Vorhaben von der Wasserversorgung in Angriff genommen werden kann.

Eine vorausschauende Erneuerungsplanung macht sich immer bezahlt, werden doch so Fehlinvestitionen verhindert. Die Tagesmoderation wird von Daniela Guardia-Lippuner, Betriebsökonomin FH, übernommen. Die Verabschiedung und Diskussion führt Roberto Pianta, Dipl.-Ing. ETH. Das detaillierte Tagungsprogramm mit Referenten und Themen finden Sie unter www.ulippuner.ch.

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