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Von Louis-F. Stahl, CC BY-SA 3.0 de, commons.wikimedia.org

KOMMUNAL 4.0 auf Deutschlandtour

Das Projekt KOMMUNAL 4.0 hat zum Ziel, mit webbasierten Daten- und Serviceplattformen am Beispiel der Wasserwirtschaft für den öffentlichen Infrastruktursektor innovative Anwendungstools und Geschäftsmodelle zu entwickeln und Industrie 4.0 in den kommunalen Bereich zu übertragen. Wie das gehen könnte, zeigt das Projekt auch auf einigen Messen.

In Deutschland werden in der kommunalen Siedlungswasserwirtschaft jedes Jahr ca. 6-7 Milliarden EURO in die Sanierung oder in den Neubau von Bauwerken und Anlagetechnik investiert (Quelle: Flyer UBA „Wasserwirtschaft in Deutschland" - Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Stand April 2014, Zahlen für 2010). Davon entfallen alleine 4,5 Milliarden EURO auf die Abwasserentsorgung. Die deutsche Abwasserinfrastruktur hat sich in der Vergangenheit sozial und räumlich ausgewogen entwickelt und ist über viele Jahrzehnte als zentrales System gewachsen. Dies gewährleistet heutzutage eine flächendeckende Entsorgung mit hoher Entwässerungssicherheit. Damit einher geht eine extrem lange technische und ökonomische Lebensdauer. Die Folge hiervon ist eine mangelnde Flexibilität - ein Hindernis im Hinblick auf die einschneidenden Veränderungen (z.B. Industrialisierung, verändertes Konsumentenverhalten und demografische Umbrüche), vor denen Kanalnetz- und Kläranlagenbetreiber zukünftig stehen werden. Vergleichbares gilt auch für die Wasserversorgung und andere Infrastruktursektoren wie z.B. Energieversorgung und Verkehrssysteme. Gleichzeitig kommt es trotz zahlreicher Vorhersagemodelle immer wieder zu unerwarteten Niederschlagsereignissen und damit zu Kapazitätsproblemen in Kanalsystemen und peripheren Einrichtungen wie z.B. Straßenabläufen.

Ein abteilungs- oder bereichsübergreifender Austausch an Informationen oder sogar Betriebsdaten per Datenplattform bis hin zur Nutzung von Datendiensten im Internet für eine tatsächlich mögliche vorsorgende Betriebsführung existiert bislang nicht, obwohl dies eine enorme Unterstützung und Verbesserung der Betriebsführung bedeuten würde. In vielen Gemeinden und Städten stehen durch die bereits stattfindenden Messungen äußerst umfangreiche Datenmengen zu wasserwirtschaftlichen Fragestellungen zur Verfügung, die allerdings nicht ausreichend zielgerichtet genutzt werden. Selbst innerhalb der Gemeinden und Städte werden diese vorhandenen Daten kaum aufeinander bezogen erfasst, ausgewertet und dann für eine ganzheitliche Betriebsführung von Kanalnetz, Regenbecken und Kläranlagen bearbeitet und steuerungstechnisch genutzt. Insbesondere die wichtigste Eingangsgröße in der Wasserwirtschaft, der Niederschlag, findet oft nur als statistischer Mittelwert Eingang in Untersuchungen und Berechnungen, ohne ausreichende Berücksichtigung lokaler Besonderheiten, obwohl mittlerweile Dienste zur Verfügung, die z.B. per Internetzugriff Niederschlagsdaten als Archiv oder als Prognose für lokale Betrachtungen bereitstellen (z.B. www.niraweb.de).

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das HST Projekt "KOMMUNAL 4.0 - Customized Services für die Wasserwirtschaft" zur Förderung im Technologieprogramm "Smart Service Welt - Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft" ausgewählt.

Auf folgenden Veranstaltungen ist das Förderprojekt KOMMUNAL 4.0 mit einem Stand vertreten:

 

 

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