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Werden Wasser und Abwasser digital?

Die digitale Transformation stellt die Weichen für eine smarte Wasserwirtschaft der Zukunft. Durch sie lassen sich Prozesse schlanker und effizienter gestalten. Zum digitalen Wandel in der kommunalen Wasserwirtschaft gibt es derzeit aber noch eine Reihe von Fragen. Deswegen hat der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) direkt bei seinen Mitgliedern nachgefragt.

Die Ergebnisse der VKU-Umfrage zeigen, dass die Chancen der Digitalisierung vor allem im Bereich der Prozessoptimierung und der Verbesserung des Daten- und Schnittstellenmanagements gesehen werden. Hier hält der digitale Wandel in der Praxis bereits heute vielfältig Einzug, beispielsweise durch intelligente Netzsteuerung oder die Automatisierung von Leitstellen. Insgesamt sieht sich die Mehrzahl der Unternehmen bei der digitalen Transformation bereits auf einem guten Weg.

Jedes dritte Unternehmen schätzt, noch digitalen Nachholbedarf zu haben oder will sich in Zukunft noch intensiver bemühen. In einem zunehmend digitalen Umfeld steigen gleichzeitig die Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz. Die Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass die Systeme auch unter "digitalen Rahmenbedingungen" zuverlässig funktionieren und die Infrastruktur nicht zum Ziel von Hackern wird. Genau in diesen Bereichen erwartet die Mehrzahl der Unternehmen auch die größten Herausforderungen. Gleichzeitig geht mehr als jedes zweite Unternehmen davon aus, dass sich durch die Digitalisierung die Anforderungen an die Personalqualifikation verändern. Dazu bedarf es geeigneter Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Bei der Personalsuche werden die kommunalen Unternehmen künftig aber auch zunehmend mit anderen Branchen konkurrieren. Auch aus der Kundenperspektive unterscheidet sich die Wasserwirtschaft nicht von anderen Dienstleistungen. Durch die Digitalisierung rückt der Kunden- und Bürgernutzen als zentrale Motivation von Veränderungsprozessen stärker in den Vordergrund.

Den Kunden interessiert dabei weniger, wie die Veränderungen bei der technischen und organisatorischen Infrastrukturbereitstellung aussehen. Stattdessen stehen für ihn kosten-, komfort- oder nachhaltigkeitsbezogene Entscheidungsmotive zunehmend im Vordergrund. Das beginnt schon bei einer einfacheren, weil digitalisierten Kommunikation mit seinem Wasserver- oder Abwasserentsorger, zum Beispiel bei der Erfassung von Verbrauchsdaten über digitale Wasserzähler. Bei der immer weiter voranschreitenden Entwicklung von "Smart Home" bis hin zu "Smart Cities" wird die Zukunft zeigen, welche Potenziale sich hier für die Kunden ergeben.

Darauf wird sich die Wasserwirtschaft einstellen müssen, um auch weiterhin der erste Ansprechpartner rund um die Leistungen der Daseinsvorsorge für die Bürger vor Ort zu sein. Kommunale Unternehmen besitzen dafür den richtigen Kompass: denn sie vernetzen Menschen, Dienstleistungen, Unternehmen und Verwaltung in der Stadt der Zukunft.

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