Automation Blue
Übersicht über die Anbindung von Wasserstandssensorik an das Leitsystem der Stadtwerke Lübeck.

Direkt und digital: Datenlogger integriert hydrologische Messsysteme

  • 26.09.2016

Noch vor kurzem wäre es undenkbar gewesen: Hydrologische Messsysteme nutzen die Infrastruktur von Leitsystemen oder speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS). Heute kommt man ohne die Anbindung an vorhandene Strukturen nicht mehr aus. Ob bei wasserwirtschaftlichen oder industriellen Überwachungsaufgaben, bei der Steuerung von Wehren, Schiebern oder Pumpen – wo Leitsysteme im Einsatz sind, ist Integration gefragt. Mit dem IP-Datenlogger OTT netDL ist Integration möglich.

Der Datenlogger und Stationsmanager für hydro-meteorologische Messstellen verwendet Schnittstellen, die Industriestandard sind und beherrscht die Anbindung an alle gängigen Leitsysteme und SPS-Steuerungen. So ermöglicht er die direkte Datenübergabe an die Siematic S7 über TCP/IP (Ethernet), die Anbindung an verschiedene Feldbusse (Profinet, Profibus, Modbus) und an OPC-Clients von SCADA-Systemen. Mit der Kombination aus Stationsmanager und digitaler Sensorik sind damit durchgehende Messketten realisierbar – direkt, digital und zeitnah.

Beispiel Stadtwerke Lübeck: Überwachung von Trinkwasserbrunnen
Wie die Anbindung eines hydrologischen Messsystems an ein Leitsystem funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Stadtwerke Lübeck. Die Stadtwerke versorgen rund 125.000 Haushalte mit Trinkwasser. Hierfür wird das Wasser aus über 30 Brunnen mit bis zu 160 Meter Tiefe gewonnen. Die einzelnen Brunnen und die entsprechende Pumpensteuerung sind über SPS an eine zentrale Leitstelle angebunden. In den vergangenen zwei Jahren wurde das Wasserstands-Monitoring der Brunnen komplett überholt. Anlass waren neue Anforderungen an die Messgenauigkeit sowie der Wunsch, die gemessenen Daten in das vorhandene Leitsystem zu integrieren. Alle Daten sollten über eine SPS in das elektronische ACRON-Betriebstagebuch übertragen werden. Wichtig war auch der redundante Pumpenschutz: Sinkt der Wasserstand oberhalb einer Pumpe auf einen kritischen Wert, wird die Pumpe per Schaltkontakt automatisch abgeschaltet.

Störungsfrei und präzise
Die Stadtwerke ersetzten die bisherigen analogen Drucksonden schrittweise durch die digitale keramische Drucksonde OTT PLS. Mit einer Messgenauigkeit von ≤ 0,05 Prozent vom Messbereichsendwert erfüllt diese Sonde die geforderten Spezifikationen. Die robusten Sonden sind an den IP-Datenlogger OTT netDL 1000 angeschlossen, der über einen Buskonverter per Profinet an die vorhandene SPS angebunden ist. So werden die Messdaten digital durchgängig vom Sensor bis zum Betriebstagebuch übertragen und dort archiviert. Eine Umwandlung analog/digital ist nicht mehr nötig, sodass die Messwerte auch bei großen Messbereichen unverfälscht bleiben. Bernd Grimsehl, der als Betriebsmeister das Projekt betreut hat, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Die ersten Systeme sind seit 2014 in Betrieb, arbeiten störungsfrei und liefern Messdaten mit der erwarteten Genauigkeit“. Zusätzlich habe sich das System bei umfangreichen Pumpversuchen bewährt. Die Datenlogger seien leicht zu programmieren und auch der einfache Export der Messdaten nach MS-Excel habe die Arbeit spürbar vereinfacht. Alle Datenlogger des Brunnen-Messnetzes sind über ihre Ethernet-Schnittstelle an das Netzwerk der Stadtwerke Lübeck angeschlossen und können über LAN konfiguriert werden. Bei Bedarf sind die Daten über den integrierten Webserver der Logger abrufbar, Messwerte können als Ganglinien visualisiert werden.

Verwandte Themen
Datenlogger zur Überwachung der Wasserqualität weiter
Externe Funkeinheit für HART-Sensoren weiter
DIMATEC und GIMAT bilden auf dem deutschen Markt eine Allianz weiter
Netzinformationssystem für die Wasserwirtschaft weiter
Neuer Radar-Messumformer weiter
Endress+Hauser ist „digital champion“ 2017 weiter

Relevante Publikationen für Sie: